Wort zum Sonntag

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Christusbild gestrickt

Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und dabei Schaden zu nehmen an seinem Leben?
Kurt Witzig,
Nachfolge und Lebensgewinn
34 Und JESUS rief das Volk samt seinen Jüngern herbei und sagte zu ihnen: Wenn einer mir auf meinem Weg folgen will, verleugne er sich und nehme sein Kreuz auf sich, und so folge er mir.
35 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren, wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es retten.
36 Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und dabei Schaden zu nehmen an seinem Leben?

37 Was hätte ein Mensch denn zu geben als Gegenwert für sein Leben?
38 Wer sich meiner und meiner Worte schämt in diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird auch der Menschensohn sich schämen, wenn er kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren.
Markusevangelium 8:34-38 (NZB, Neue Zürcher Bibel)


Input zu LEBEN - Markus 8,36

Zur Zeit steht die Welt Kopf. Total. Wegen Corona. Die Perspektive kennt nur noch eine Richtung. Angst ums Leben. Sogar unter Christen.
Misstrauen. Angst vor Ansteckung. Fast paranoid.

Ich möchte uns die biblischen Perspektiven in Erinnerung rufen.

Jesus spricht in Markus 8 vom Ernst der Nachfolge.
Vom Kreuz auf sich nehmen.
Übrigens mein Kreuz, das ich bei Gottesdiensten trage, stammt aus Äthiopien. Es erinnert mich an Glaubensgeschwister in armen Ländern. Sie leiden jetzt besonders unter Corona. Weil auch dort alles dicht gemacht wurde. Obwohl es dort ganz andere Probleme gibt und die Mehrheit jung ist. Völlig irrational.

Menschen in armen Ländern leben teils wie zu Zeiten von Jesus. Sie haben als Absicherung im Leben oft nur den Glauben an Jesus, an Gott.
Wir haben v.a. Versicherungen und Absicherungen für dieses irdische Leben. Und den Glauben verdrängt.

Jesus spricht hier vom LEBEN. Vom LEBEN, das man verlieren kann. Schaden nehmen kann.

Markus 8:35-36 (LU, Luther Übersetzung)
Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's erhalten.
36 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden?

Eine unbequeme Mahnung. Auch an die Kirche, die sich manchmal im Diesseits zu verlieren droht.

Ist irdisches Leben und Gesundheit wirklich das Wichtigste?
JESUS sagt eindeutig Nein.
Wichtiger ist die Ausrichtung auf Gott. Der Fokus aufs ewige Leben.
Klar, Nächstenliebe, die Diakonie gehört zum Glauben.
Wichtig, aber nicht das Wichtigste.

Der bekannte italienische Philosoph Agamben kritisiert, was Corona alles geopfert wird. Z.B. Menschenwürde im Sterben. Leben sei mehr als biologisches Leben. Und wo dabei die Kirche bleibe.
Biblisch proaktiv gesagt: Dem irdischen biologischen Leben und der Gesundheit wird unglaublich viel geopfert. Auf Kosten von anderen Werten. Wie einem Götzen.

Das Neue Testament kennt für unser deutsches Wort Leben drei verschiedene griechische Wörter.

1) Bios. (Biologie) (unterste Stufe, v.a. körperliches Leben)

2) Psyche (Psychologe) Umfasst das ganze irdische Leben. Hier im Text Markus 8 steht z.B. Psyche: übersetzt mit Seele oder Leben.

Oder in der Bergpredigt:
Sorgt euch nicht um eurer Leben. Mt 6,25
Leben ist mehr als Essen und Trinken. Man kann sich im irdischen Leben verlieren. Das kennen wir.
Klar, wir müssen alle unsere Rechnungen bezahlen - ausser wir leben als Selbstversorger oder Bettler.
Die Frage ist, gerade in diesen Zeiten:
Wieviel brauche ich wirklich für ein erfülltes Leben?

3) Zoe (Zoologie)
Wenn es um das das umfassende Leben geht, steht in Neue Testament meistens Zoe. Wenn es um das Ewige Leben geht. Dann steht in der Bibel Zoe, v.a. im Johannes Evangelium.
Als Synonym für das wahre Leben im Glauben - schon jetzt und in Ewigkeit.
Ewiges Leben. Lebenssinn.
Das Kerngeschäft der Kirche.

Jesus ist nicht an einer Krankheit gestorben. Sondern am Hass der Welt. An Ungerechtigkeit. Und Gott hat durch das auf der geistlichen Ebene für uns Heil und Erlösung bewirkt.
Er hat sich nicht zurückgezogen.
Wäre er Zuhause geblieben, hätte er sich versteckt. Er wäre nicht gekreuzigt worden. Er hätte sein irdisches Leben gerettet. Aber seine Berufung verpasst. Und Kirche gäbe es nicht.

Jesus und seine Nachfolger haben sich auch um Kranke gekümmert. Unberührbare berührt und geheilt. Haben keine soziale Distanz gewahrt.

Okay, die haben damals auch noch nicht soviel gewusst.
Wir wissen manchmal zu viel - oder meinen, es zu wissen.
Dabei steigt die Angst. Und irgendwann bleibt den Schwachen nur noch die Angst vor der Angst.

Jesus sagt uns nüchtern und tröstend. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost: Ich habe die Welt überwunden. In mir sollt ihr Frieden haben (Joh 16.33)

Jemand hat mal gesagt: Der heutige Mensch hat unglaublichen Stress im Leben.
Früher haben die Menschen 70 oder 80 Jahre auf Erden gelebt. (gemäss Psalm 90)
Dazu ist noch das Ewige Leben in Herrlichkeit gekommen.

Heutzutage haben aber viele nur noch so 90 Jahre vor Augen - ohne die Perspektive Ewigkeit.
Und in diese möglichst vielen Jahren möchte man möglich viel Erlebnisse packen.
Lebensgier. Verdrängung des Todes. Stress pur.

Interessant: Diese Versuchung haben die Leute schon zur Zeit von Jesus gekannt. Ohne unsere modernen unglaublichen Möglichkeiten.
Wahres LEBEN.
Jesus sagt: Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges LEBEN habe.
Johannes 3:16 (NZB, Neue Zürcher Bibel)

Oder: Ich bin gekommen, damit sie das LEBEN und volle Genüge haben sollen. Joh 10.1 (LU, Luther Übersetzung)
Ich aber bin gekommen, um ihnen das LEBEN zu geben, LEBEN im Überfluss. (GNB, Gute Nachricht Bibel)

Und Jesus antwortet dem kritischen Thomas auf seine Frage nach dem Weg:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich. Joh 14.6 (NZB)


Prägen wir es uns ein: In aller Anfechtung des irdischen Lebens sollten auf Gott schauen. Ja, dann darf ich getrost und getröstet im Leben stehen.
Auch wegen wir zwischendurch hinfallen.
Aufstehen und weitergehen mit Blick nach oben. Mit Blick auf die ewige Herrlichkeit.

Salopp gesagt: Das Paradies kann noch etwas warten.
Auf der Erde werden wir es nie ganz finden und sicher nicht erschaffen.
Alle, die das versucht haben, haben die Hölle auf Erden geschaffen. (2.Weltkrieg, allerlei Ideologien)

Jakobus 1:12 verheisst uns:
12 Selig ist der (Mensch), der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens (lateinisch: Corona vitae) empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. (LU)


Übrigens: In der lateinischen Bibel steht da:
Corona vitae - Krone des Lebens

Gott sei mit Dir.

Amen


Morgengebet von Dietrich Bonhoeffer. Verfasst im Nazi Gefängnis.

Gott, zu Dir rufe ich in der Frühe des Tages.
Hilf mir beten
und meine Gedanken sammeln zu Dir;
ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster, aber bei Dir ist das Licht;
ich bin einsam, aber Du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig, aber bei Dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist die Geduld;
ich verstehe Deine Wege nicht, aber Du weißt den rechten Weg für mich.

Vater im Himmel,
 Lob und Dank
sei Dir für die Ruhe der Nacht;
Lob und Dank sei Dir für den neuen Tag.
Lob und Dank sei Dir für alle Deine Güte
und Treue in meinem vergangenen Leben.
Du hast mir viel Gutes erwiesen,
lass mich nun auch das Schwere
aus Deiner Hand hinnehmen.
Du wirst mir nicht mehr auflegen,
als ich tragen kann.
Du lässt Deinen Kindern alle Dinge zum
Besten dienen.

Herr Jesus Christus, 
Du warst arm
und elend, gefangen und verlassen wie ich.
Du kennst alle Not der Menschen,
Du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht,
Du vergisst mich nicht und suchst mich,
Du willst, dass ich Dich erkenne und mich zu Dir kehre.
Herr, ich höre Deinen Ruf und folge, hilf mir!

Heiliger Geist,
 gib mir den Glauben, der mich vor Verzweiflung, Süchten und Laster rettet,
gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen,
die allen Hass und Bitterkeit vertilgt,
gib mir die Hoffnung, die mich befreit von
Furcht und Verzagtheit.

Heiliger, barmherziger Gott, (Dreieiniger Gott) 
mein Schöpfer und mein Heiland,

mein Richter und mein Erretter,
Du kennst mich und all mein Tun.
Du hasst und strafst das Böse in dieser und jener Welt ohne Ansehen der Person,
Du vergibst Sünden dem, der Dich aufrichtig darum bittet,
Du liebst das Gute und lohnst es auf dieser Erde mit einem getrosten Gewissen und in der künftigen Welt
mit der Krone der Gerechtigkeit.

Vor Dir denke ich an all die Meinen,
an die Mitgefangenen und alle, die
in diesem Hause ihren schweren Dienst tun.
Herr, erbarme Dich!

Schenke mir die Freiheit wieder,
und lass mich derzeit so leben,
wie ich es vor Dir und vor den Menschen
verantworten kann.

Herr, was dieser Tag auch bringt, –
Dein Name sei gelobt!

Amen

Quelle: 
Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 204 f


Bereitgestellt: 07.05.2020     Besuche: 98 Monat 
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